Rezensionen von A-Z

Dienstag, 14. März 2017

Rezension zu „Die Blätter des Herbstbringers von Fabienne Siegmund

Klappentext

Es war Herbst, als es geschah. Jene bittersüße Jahreszeit, in der der Sommer seinen Abschied nimmt, um im Winter sein Ende zu finden.

Blätter in Herbstfarben sind es, die das Leben von Ari Mikalainen bestimmen. Sie gleiten in seinen Gedanken zu Boden, hüllen Tage und Nächte in ein düsteres Kleid. Aris eigener Sommer vergeht schon in Kindertagen, als seine beste Freundin Mira und er Zeugen eines grausamen Verbrechens werden.

Am Ende dieses Sommers steht ein geheimnisvoller Mann, der die Nächte durchstreift, auf der Suche nach Geschehnissen, die sonst von Dunkelheit verborgen bleiben. „Herbstbringer“ nennen die Zeitungen das Phantom, das der Polizei Verbrecher auf dem Silbertablett liefert und kleine Blätter an den Tatorten zurücklässt.

Sind es nur zwei Geschichten eines einzigen Herbstes oder gibt es eine Verbindung zwischen Ari und dem geheimnisvollen Fremden?

Schreibstil

Gleich hier komme ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. So eine bildhafte und wundervolle Sprache! Fast jeder Satz verzückt, lässt einen die Herbstluft riechen, die immer wieder hereinstechende Kälte des Winters spüren. Siegmund hat definitiv ein Händchen für einen durchaus gelungenen Schreibstil!


Charaktere

Jeder Charakter hatte seine Geschichte, manche miteinander verbunden und andere werden im Laufe der Zeit hineingewoben.

So begleitete ich als Leserin Ari, der in jungen Jahren bereits seine Eltern verlor. An seiner Seite Mira, deren Eltern ebenfalls zur gleichen Zeit und an gleicher Stelle starben. Er beschützt sie, liebt sie, bewacht sie. Und doch scheint seine Liebe unerwidert, fern, haltlos. Gleichzeitig ist da der Herbstbringer, der Ari nicht ähnlicher sein könnte. Gerecht findet Ari, was der Herbstbringer den anderen antut, während er selbst durch die Straßen streift und seine Trauer niemals ganz loslassen kann.

Mira lebt ihr Leben irgendwie weiter, auch wenn sie nie ganz von dem schrecklichen Ereignis aus ihrer Kindheit losgelassen wird. Gerade Ari erinnert sie an diesen verhängnisvollen Nachmittag, der nach wie vor schmerzt. Doch dank ihrer Großmutter geht sie weiter ihren Weg, hat Freunde, lacht öfter und verbringt hin und wieder Zeit mit ihrem Freund aus der Kindheit. Sie liebt ihn auch, doch reicht ihre Liebe, um aus der Freundschaft zu Ari eine Beziehung zu machen?

Samu ist ein alter Ermittler, der Aris und Miras Fall damals nur am Rande mitbekam und als Polizist nicht wirklich etwas machen konnte, als man den Fall zu den Akten legte. Nun ist er auf den Herbstbringer angesetzt, der seine Opfer – die selbst die Täter sind – lethargisch zurücklässt, bereit, von der Polizei abtransportiert zu werden. Doch dann tötet der Herbstbringer zu ersten Mal und Samu muss genauer ermitteln. Dass seine Enkelin ein Opfer war, das der Herbringer rettete, wirft ihn in einen großen Zwiespalt.

Alles in allem schlüssige Charaktere, die lebendig werden, und die man so oder so lieb gewinnt.

Umgebung

Diese ist wundervoll umschrieben, auch wenn man nicht wirklich etwas mitbekommt. Dennoch ist man durch Siegmunds bildhaften Schreibstil so in der Umgebung drin, dass man auch nicht sagen kann, es gäbe keine. Aris und Miras Zimmer sind gut beschrieben, genauso wie Aris Wohnung oder eine Szene auf dem Friedhof. Ansonsten verschwimmt die Umgebung im Hintergrund, was mir sehr gut gefallen hat. Es geht nicht darum, was hier oder dort steht, sondern was gerade stattfindet. Sehr gelungener Fokus!

Plot

Feine Stränge, die den Leser durch die Geschichte tragen. Ich musste längere Pausen während des Lesens machen, weil die Zeit schlichtweg nicht da war. Aber es lag auch daran, dass ich erstmal sacken lassen musste, was Siegmund mir da vorgesetzt hat. Ich habe das komplette Buch genossen, denn selbst nach ein oder zwei Wochen Pause schaltete ich meinen E-Reader wieder an und war einfach drin in der Geschichte, fortgetragen, von wo auch immer ich zum Lesen saß. Das macht einen starken Plot aus. Man vergisst ihn nicht!

Ende

Genau die richtige Dosis an Emotionen, Dramatik, Höhepunkt, Ausklang. Es ist ein Ende, das mich bis jetzt mitnimmt, das mich nicht loslässt. Ich fühle mich, als hätte der Herbstbringer bei mir selbst ein Blatt gelassen und ich habe keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Es war richtig und doch so falsch. Einfach perfekt!

Fazit

Dieser Roman bekommt von mir ganz klare 5 Sterne und eine gaaanz dolle Leseempfehlung. Kauft es, leiht es, lest es, verschlingt es oder lasst es euch wie ich wie zartschmelzende Schokolade auf der Zunge zergehen. Alles ist hier möglich.

Extra

Ich habe „Die Blätter des Herbstbringers“ im Laufe einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen. Danke an den Verlag ohneohren für das bereitgestellte epub.

Anmerkungen

Ich werde mir das Print holen. Ich werde dieses Buch öfter als dieses eine Mal lesen, es sollte zur Lektüre in Schulen werden, denn DAS war für mich das Nonplusultra! Sowas hätte als Teenie bereits meine Freude am Lesen total geweckt. Fabienne Siegmund hat einen neuen Fan :).

Montag, 26. September 2016

Rezension zu „Wolfsbaum“ von Mia Faber

Klappentext

Die Entstehung des Ortes Beddgelert – eingemeißelt in uralten Stein.

Zu einer Zeit, da der Glaube der Druiden vergeht und die alten Götter in Vergessenheit geraten, zweifelt Morgan an seiner Bestimmung. Die Tage des jungen Bauern aus Wales sind angefüllt mit Eintönigkeit und Arbeit. Doch als Banditen seinen Hof überfallen und er Morrígan schmäht, belegt die Kriegergöttin ihn mit einem Bann. Um diesen zu brechen, muss er den Spuren eines Wolfes folgen.

Die Vorgeschichte einer irischen Sage.

Schreibstil

Fabers Schreibstil ist schnörkellos, aber nicht zu einfach. Sie beschreibt und umschreibt im richtigen Maße, sodass genügend eigene Fantasie gefordert aber auch gefördert wird.

Charaktere

Hier geht es vornehmlich um Morgan, der sich mit seiner Rolle als Bauersjunge nicht richtig abfinden mag, jedoch zu feige ist, etwas daran zu ändern. Als der Hof überfallen wird, entkommt er nur knapp mit dem Leben. Anstatt nun aber endlich zu handeln, entschließt er, sich erst einmal zu verstecken. Daraufhin hat die Göttin Morrígan einen ganz besonderen Einfall für ihn …
Es ist eine deutliche Änderung der Charakter zu sehen, dennoch für die Seiten einer Novelle nicht überstürzt und nicht erzwungen. Sehr stimmig!

Umgebung

Faber schafft es, sie wunderbar mit einfließen zu lassen und mit ihr zu interagieren. Sie dient nicht als reiner Schauplatz, sondern ist immer mal wieder Teil der Handlung. Auch Details lassen die Umgebung lebendiger wirken. Ob am Hof, im Wald oder an der Mauer zu den adligen Gemächern – man ist als Leser mittendrin statt nur dabei.

Plot

Es geht um Feigheit und Mut, Liebe und Verrat, Familie und Egoismus – diese Novelle hat viele Spektren, die alle ineinanderfließen. Und alles wird im Nachhinein gelöst, sodass ich als Leserin zufrieden zurückbleibe.

Ende

Es kam, wie ich es erwartet hatte. Dennoch war es genau passend, nicht kitschig, nicht zu heftig. Absolut treffend!

Fazit

5 Sterne gibt es von mir für diese kurzweilige Lektüre, durch die ich nur so hindurchgeflogen bin. Auch wenn Morgan für mich kein Sympathieträger durch und durch war, so arbeitete er sich zu genau dieser Stelle vor. Jetzt muss ich natürlich noch mehr von Faber lesen. Wundervoll!

Extra

Danke an den Valkyren Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar infolge der Leserunde zu "Wolfsbaum"

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Sunnie und Polli im Land der Monate" von Joachim Sohn

Schreibstil

Sohn schreibt detailiert, geistreich und witzig – eine Mischung aus allem mit einem Hauch Fantasie gewürzt. Es fällt leicht, seinen Worten zu folgen und dennoch ist man an manchen Stellen amüsiert durcheinander. Einfach ist er also nicht.

Charaktere

Sunnie und Polli, zwei Katerdetektive, die immer wieder während ihrer hochbrisanten Recherchen in Raufereien verfallen, so durcheinander sind, dass sie nicht mehr wissen, was sie eigentlich recherchieren und im Laufe des Romans nur eines dazulernen: Sie lösen jeden Fall – natürlich. Die beiden sind so von sich selbst überzeugt, wie eine derartige Arroganz nur von Katzen an den Tag gelegt werden kann. Herrlich zu lesen. Gerade mir als Katzenbesitzerin erschien es wie ein genau getroffenes Ziel.

Keli, eine eisverkaufende Hundedame, ist nicht ganz so durcheinander, aber einzigartig genug, um in diesen Roman zu passen. Mutig und beherzt schreitet – oder fährt – sie voran, immer auf der Suche nach Abnehmern für ihr Pferdeapeleis. Ein Eis, auf das selbst ich verzichten würde ;).

Mai, die sich auf die Suche nach Juni begibt, lässt sich von den Meisterdetektiven einspinnen, obwohl sie deren Handlungsweise nicht recht versteht. Dennoch vertraut sie mal mehr und mal weniger auf die beiden Kater und tut alles, um ihren Juni wiederzufinden.

Umgebung

Obwohl die Umgebungen größtenteils durch und durch fantastischer Natur sind, so konnte ich mich dennoch gut darin einfinden. Die Beschreibungen wirken nicht erzwungen, sondern als wandle der Autor tatsächlich durch diese Räumlichkeiten und Landschaften. Zusätzlich nutzen die Charaktere ihre Umgebung, was mir besonders gut gefiel.

Plot

Schlüssig bis zum Schluss ;). Er ist ausgereift und es gibt genügend rote Fäden (einige dicker, manche dünner), an denen man sich als Leser entlanghangeln kann. Nur an einer Stelle kam es zu einer kleinen Langatmigkeit, dennoch fand ich sie eher amüsant als störend, demnach habe ich nichts zu beanstanden.

Ende

Leider hat dieses Buch eines. Ich will mehr, sofort! Es ist ein wunderbares Beispiel, wie Fairytale Fantasy funktionieren kann!

Fazit

5 Sterne von mir und ein Herzchen für diese wunderbare Welt und die liebevolle Charakterzeichnung noch dazu!

Kurzrezension zur Anthologie "Fantasy Lesebuch I", HRSG Ingrid Pointecker



Ein Lese-Muss! Kurzgeschichtenfans kommen auf alle Fälle auf ihre Kosten, Fantasyfans ebenso und auch teilweise Historikfans. Ich kann es nur empfehlen und ermutigen, sich sein eigenes Bild zu machen. Selten, dass mir jede Geschichte irgendwie gefallen hat, drei von fünfen sogar herausragend! Was für Perlen!

Rezension zu "Ich und die Menschen" von Matt Haig

Schreibstil

Haig hat einen leicht verständlichen und teilweise verschnörkelten Schreibstil, der manchmal logisch manchmal blumig das Leben und die Handlungsweisen der Charaktere umschreibt. Für mich ließ es sich gut lesen und alles war klar und deutlich.

Charaktere

Hier beschränke ich mich tatsächlich auf das Alien, welches keinen Namen besitzt. Es hat sich in Professor Andrew Martins Körper hineinversetzen lassen, was gleichzusetzen ist mit dessen Tod. Der Professor hat die Riemannsche Vermutung bewiesen und brächte somit das Leben der Menschen weit voran, doch sind die Menschen nicht in der Lage mit ihrem Fortschritt auch logisch mitzuhalten, sodass es zu Problemen im All führe. Also musste er sterben und der Auftrag unseres Alien sieht vor, auch alle zu töten, die von dem Beweis wissen. Doch hat unser Vannadorianer nicht damit gerechnet, dass das Angst einflößende und unlogische Leben für ihn auf einmal Bedeutung gewinnt. So wächst mit der Zeit sein Gefühl, das Empfinden für Schönheit und auch die Logik der Menschen erschließt sich ihm langsam. Für mich eine nachvollziehbare Handlung, ein verstandener Charakter.

Umgebung

Viel fließt von der Umgebung mit ein, wirft Fragen auf, die mir als Leserin selbst nicht bewusst waren. Das Alien betrachtet die Welt eben mit fremden Augen und dadurch gewann ich selbst einen fragenden Blick auf vieles. So fließt die Umgebung zwanghaft mit in die Handlung ein, wird nicht nur zu Bühne, sondern auch zur Requisite. Toll!

Plot

Freunde, Kollegen und Verwandte töten, die von dem Beweis wissen. Das ist der Auftrag und auch der Plot. Doch nachdem unser Alien sich langsam gegen sein Vorhaben wendet, bleibt der rote Faden dennoch erhalten, denn die Vannadorianer haben noch andere Möglichkeiten, unser Alien zu zwingen oder den Auftrag erfüllen zu lassen … Konsequent durchgezogen!

Ende

Das Ende bleibt im Grunde offen, also kann ich nicht zu viel verraten. Dennoch habe ich es mir genauso vorgestellt und bin froh, dass kein Abschluss im ursprünglichen Sinne gefunden wurde.

Fazit

5 Sterne mit einem leichten sehnsuchtsvollen Blick, denn gerne hätte ich noch mehr Denkanstöße bekommen. Ein wunderbares Buch über die Schönheit des Lebens, die eigene Kraft, die Veränderung und der Wichtigkeit der Wahrheit.

Rezension zu "Maze Runner 03 - Die Auserwählten in der Todeszone" von James Dashner

Schreibstil

Dashner bleibt sich treu: auf den Punkt gebracht, ohne Verschnörkelungen, klar und deutlich und vor allem spannend.

Charaktere

Thomas weiß inzwischen, dass er ANGST nicht trauen sollte und kann dies inzwischen auch nicht mehr. Auch wenn sie ihm versprechen, die Blockade aus seinem Gehirn zu entfernen, will er es nicht mehr. Egal wer er früher gewesen ist, für ihn zählt, wer er jetzt ist. Mit Händen und Füßen setzt er sich gegen ANGST zur Wehr und will sich nicht länger als Laborratte behandeln lassen. Ich als Leserin konnte ihn wirklich zu gut nachvollziehen. Seine Entscheidungen waren nicht nur logisch, sondern auch emotional begründet. Eine tolle Charakterentwicklung! Thomas bleibt sich treu.

Die Lichter kommen hier nur noch vereinzelt vor. Sie sind auseinandergesprengt worden und die Brandwüste kostete schon viele das Leben. Ganz toll fand ich, dass die Toten dennoch nicht vergessen waren. Hier erfahren wir neben Thomas gleich zwei Schicksale von Lichtern, die einem am Herzen lagen. Der eine stellt sich als immun gegen Den Brand heraus, der andere als infiziert. Doch egal wie es mit den beiden ausgeht, bleiben die Lichter an/auf Thomas’ Seite und folgen ihm.

Die Cranks haben diesmal eine ausgeprägtere Rolle. Ich als Leserin begegne ihnen auf anderen Wegen und in diversen Stadien. Sie sind nach wie vor total angsteinflößend und ich bin dankbar, dass es sie nicht wirklich gibt.

Umgebung

Auch hier schafft Dashner wieder unglaubliche Territorien, bildet diesmal eine ganze Stadt nach. Auch erhalten wir Einblicke in die ANGST-Zentrale und laufen sogar zurück ins Labyrinth. Die Charaktere bewegen sich merklich in ihrer Umgebung, agieren und interagieren mit dieser, was die Geschichte nur umso näher an den Leser heranträgt. Super!

Plot

Thomas ist vom Anfang bis zum Ende in der Todeszone. Sowohl im ANGST-Quartier als auch draußen auf den Straßen – immer wird sein Leben bedroht. Zeitgleich ist die Todeszone eine bestimmte Zone im Gehirn, die Angst erforscht hat, sodass der Titel doppelt passt. Doch der rote Faden zieht sich komplett durch, verwickelt sich hier und da mit dem Rechten Arm, verzwirbelt sich mit dem Gedanken, ob ANGST vielleicht irgendwo doch gut ist gegen die Erkenntnis, dass nichts rechtfertigt, so mit Menschen umzugehen. Klasse!

Ende

Dies war der dritte Roman einer Trilogie und somit das Ende. Und wie es endete, passte es genau, wie ich empfand. Dashner hätte kein besseres wählen können. Es gab Tote auf beiden Seiten, doch auch geliebte Charaktere haben überlebt. Wo sie im Endeffekt gelandet sind und wer nun noch lebt oder wer auch nicht, das möchte ich nicht verraten. Nur so viel: Es war ein würdiger und überzeugender Abschluss. Ich habe mir keinen besseren wünschen können und bin total zufrieden.

Fazit

5 starke Sterne für dieses grandiose Ende einer Trilogie, die ich auf alle Fälle noch einmal lesen werde/muss, denn nun weiß ich so viel, dass ich die Geschichte ganz anders bewerten kann.Deutliche Leseempfehlung!!!

Rezension zu "Elbenthal-Saga 03: Die eisige Göttin" von Ivo Pala

Schreibstil

Pala hält seinen frischen Jugendlichen Schreibstil in dem Abschlusswerk der Saga, gepaart mit etwas hochgestocheneren Sprechweisen aufgrund des Alters mancher Charaktere. Wunderbar und verständlich!

Charaktere

Svenya entwickelt sich so weit, dass sie zu einer kämpfenden Göttin in meinen Augen heranwächst. Sie schlägt und beißt sich durch, behält ihre originellen Einfälle und auch ihre Gnade, was mir am besten gefällt. Doch lernt sie auch, eben nicht in jeder Situation vergebend zu sein, wenn es nämlich keinen anderen Weg gibt, als zu töten.

Zu Hagen sage ich diesmal nichts, weil ich niemanden spoilern will. Nur so viel: Schock und Überraschung!

Yrr blieb diesmal im Gegensatz zu den zwei vorigen Bänden ein wenig blass. Gerne hätte ich mehr von ihr gelesen, wäre weiter in ihre Geschichte abgetaucht. Meinetwegen könnte es sogar einen Ableger mit ihr geben, denn sie hat mich als Charakter am meisten fasziniert. Schade, dass sie etwas kurz kam, trotzdem so weit verständlich, damit es zu einem runden Abschluss reichte. Auch sie entwickelt sich als Charakter weiter, was mir gut gefällt.

Laurin macht eine der stärksten Wandlungen durch, wie ich finde. Mir hat er beim Lesen bereits von Anfang an gefallen. Ich spürte richtig, wie er sanfter und ruhiger wurde und dennoch ein Kämpfer blieb, als hätte er endlich ein Zuhause an diesem verhassten Ort gefunden. Die Wendung am Ende überraschte mich am meisten und ich hätte nicht damit gerechnet. Gelungen!

Umgebung

Wieder erschafft Pala faszinierende Umgebungen, mit denen die Charaktere auch interagieren. Schwimmende und sich immer weiter bewegende Eisfestungen, Hel und die Tiefen des Urwalds … überall war ich dabei und mittendrin. Wunderbar!

Plot

Die eisige Göttin – dieser Titel ist nicht falsch gewählt. Es geht um eine “Göttin”, die versucht alle neun Welten zu versklaven, um ihre Ordnung aufrecht zu erhalten, damit für sie Friede herrscht. Dass sie eine totalitäre Herrscherin ist, die Spaß am Tod und der Qual findet, ist ihrer Ansicht nach nicht schlimm, sondern notwendig. Und diese Göttin muss die ganze Zeit bekämpft werden, auch auf Umwegen. Der rote Faden zieht sich also durch den kompletten Roman.

Ende

Ich war mit dem Ende überaus zufrieden und kann damit leben. Zwar habe ich mir für Yrrs letzten Kampf etwas anderes vorgestellt, aber so ist es auch in Ordnung, denn einen epischen Kampf habe ich bekommen. Vielleicht wäre der andere einfach nicht stark genug gegen den anderen gewesen ;).

Fazit

5 Sterne von mir für den fulminanten letzten Teil der Elbenthal-Saga. Danke Ivo Pala, dass du diese Werke geschrieben hast!

Rezension zu "Elbenthal-Saga 02: Der schwarze Prinz" von Ivo Pala

Schreibstil

Auch in diesem Band behält Pala seinen flüssigen und mittelalterlich-modernen Schreibstil bei, der so wunderbar in die Geschichte passt. Bildgewaltig!

Charaktere

Svenya wächst mit ihren Aufgaben und man merkt ihr an, dass sie nun schon längere Zeit in
Elbenthal lebt. Sie ist selbstbewusster, offener und nimmt ihre Umgebung beinahe als Selbstverständlichkeit wahr. Auch übernimmt sie Missionen, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Vor allem nach Svenyas schwierigem Start freute es mich als Leserin besonders, sie so gereift zu sehen. Auch hält sie nach wie vor an ihren Prinzipien fest und egal wie stark der Wind wird, sie bleibt ein Fels in der Brandung. Großartig!

Hagen wirkt in diesem Band tatsächlich grimmiger und etwas kälter als im vorangegangenen. Dadurch, dass man aber auch viel von seiner Hintergrundgeschichte erfährt, die nun wirklich schon sehr lange andauert, erklärt sich sein Zustand, besonders wenn man die schweren Aufgaben und Entscheidungen betrachtet, die Hagen immer wieder fällen muss. Alles in allem bleibt er sich selbst und Svenya treu und das macht ihn für mich glaubwürdig.

Yrr beschreitet eigene Wege und begibt sich damit nicht nur in größte Gefahr, sondern bringt sich beinahe um. Gerne hätte ich noch das ein oder andere Kapitel aus ihrer Sicht gelesen, denn für mich ist und bleibt sie ein toller Charakter. Nun ja, aber nicht jeder Leser kann in jedem Buch alles haben ;). Ihr Herumgezicke hat mir zum Beispiel gar nicht gefehlt und ich bin froh, dass sie sich mit Svenya gut versteht.

Laurin … er betitelt ja im Grunde diesen Band. Und lange Zeit wusste ich nicht, warum dem so war. Hätte ich doch Titel wie “Die Schwerter des Schicksals” oder “Die Totengöttin” irgendwie passender gefunden. Zumindest bis es nachher zum Krieg kam und Laurin gemäß seines Charakters wie immer kämpfte und sogar im Angesicht der Gnade reagierte. Da kam der AHA-Effekt und mir wurde das Ausmaß der Handlungen des Schwarzen Prinzen bewusst. Ich mag Laurin schlichtweg :).

Umgebung

Oh, da könnte ich euch nun etwas von Vineta vorschwärmen! Am liebsten wäre ich selbst da gewesen. Auch Aarhain wurde diesmal genauer mit eingebaut, natürlich kam auch Elbenthal darin vor. Pala schaffte es wieder, mich in die Umgebungen zu ziehen und die Figuren mit eben dieser interagieren zu lassen, sodass sie nicht wie Schauspieler vor einer Fototapete wirken. Ich freue mich schon und bin gespannt, wohin Band 3 mich tragen wird!

Plot

Die Schwerter des Schicksals dürfen nicht vereint werden, da man mit ihnen ein weiteres Tor nach Alfheim öffnen könnte. Doch Hel, deren Geist sich nach Midgard verirrte und nun hier gefangen ist, will zurück. Und hat schon mal jemand versucht, eine Totengöttin aufzuhalten? Der rote Faden zieht sich trotz einiger wichtiger Nebenstränge durch das komplette Buch und ich bin sehr zufrieden mit der Auflösung.

Ende

Ja, auch dieses Buch hatte eins und ich bin dermaßen froh, dass Band 3 heute gleich auf mich wartet. Nach dem Cliffhanger hätte ich nicht lange warten wollen! Überraschende Wende am Ende ;).

Fazit

5 Sterne für eine starke Fortsetzung mit einem tiefen Einblick in die Hintergrundgeschichte!

Rezension zu "Bluthatz" von Richard Hagen

Schreibstil

Flüssig und spannend – das hält sich das komplette Werk durch. Natürlich lässt Hagen hier und dort auch Platz für Verschnaufpausen, die aber eher kurzweiliger Natur sind. Er schaffte es allein mit dem Prolog mich zugleich zu fesseln und auch ein wenig zu verschrecken, denn die Szene wirkte auf mich wirklich brutal. Und ich bin nicht leicht abzuschrecken ;).

Charaktere

Inga Jäger, die Jägerin, ist eine höchst engagierte Staatsanwältin, die hier in ihrem zweiten Fall mit dem etwas dicklichen Ermittler Kai Gebert zusammenarbeitet. Der ausgesprochen brutale Mord an Melchior Gietz fordert sie geradezu heraus, schnell und gründlich zu ermitteln, um den Täter hinter Gitter zu bringen. Doch immer wieder sieht sie sich vom Staat in ihrer Arbeit behindert. Nicht, dass es sie abschrecken würde, vor allem nicht, als weitere Morde geschehen. Unnachgiebig und intelligent ermittelt sie weiter und riskiert dabei nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Leben. [Amy gefiel es auch ;)]

Kai Gebert ist neben ihrer kleinen Tochter Inga Jägers wichtigste Bezugsperson. Der Ermittler steht ihr treu und helfend zur Seite, zugleich er sich von nichts und niemanden abschrecken lässt. Durch die Ermittlungen gerät auch er ins Visier, aber er gibt nicht nach.

Umgebung

Stets mit eingeflochten wurde sie nicht nur Kulisse, sondern wichtiger Handlungsrahmen. Mal befinde ich mich als Leserin in einer Sicherungsverwahrung, dann bin ich bei der Jägerin zuhause, schon wieder unterwegs zum Bürgermeister oder überbringe die traurigen Mordnachrichten an die nächsten Verwandten. Hagen schafft es, dass ich als Leserin mittendrin statt nur dabei bin!

Plot

Ja, der hangelt sich an den Morden entlang, allen voran Melchior Gietz. Wer brachte ihn um und warum? Und wieso versucht daraufhin eine seine Kolleginnen sich umzubringen, wenn zuhause doch eine junge und liebreizende Frau wartet? Warum zum Teufel rastet der Bürgermeister so aus und überhaupt ist alles im Städtchen Eltville ein wenig seltsam. Auch wenn es teilweise so aussieht, als würde die Geschichte vom Thema abschweifen, so gehört doch alles am Ende zusammen. Die losen Fäden fügen sich und lässt mich als Leserin zufrieden zurück.

Ende

Ja, passend. Habe ich nicht mit gerechnet, hab richtig gebangt. Aber toll, toll, toll!

Fazit

Wow! 5 Sterne gibt es nicht unverdient von mir!!!

Rezension zu "Partials II - Fragmente" von Dan Wells

Schreibstil

Dicht gewoben und rational – so empfinde ich Wells' Schreibe. Wunderbar verständlich, wenn manchmal auch etwas techniklastig, genauso muss es sein, damit Kiras Welt glaubhaft scheint.

Charaktere

Kira Walker wächst mit ihren Aufgaben. Sie ist beinahe schon besessen von dem Gedanken, ein
endgültige Heilmittel gegen RM und auch das Verfallsdatum der Partials zu finden und begibt sich für ihr Ziel auf eine ausgesprochen gefährliche Reise. Ich als Leserin konnte förmlich spüren, wie Kira die Probleme langsam wendet, von allen Seiten betrachtet und sich ihnen stellt. Und wie sie zu dem Schluss kommt, dass es manchmal eben nicht reicht, einen Lebenszweck zu haben, sondern dass man mehr geben muss. Für mich bleibt Kira sehr berührend, intelligent und nachvollziehbar wie schon im ersten Band.

Samm entwickelt sich ebenso weiter. Fiel es ihm im ersten Band und teilweise auch im zweiten noch schwer, überhaupt irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen (diese werden bei den Partials über einen Pheromon-Link mitgeteilt, weswegen er Mimik und Gestik nie erlernen musste), so ahmt er sie nun langsam nach. Zudem steht er voll hinter Kira und deren Mission, was ihn zu einem Fels in der Brandung macht.

Die Nebencharaktere – auch hier verrate ich über sie nicht allzu viel. Das ganze Gespinst, wie der Partialkrieg überhaupt möglich wurde, wird nicht nur durch Kira, sondern auch durch Marcus, Ariel und Nandita vorangetrieben. Haru bringt zusätzlich einen Blickwinkel in das, was noch kommen kann und Kira bevorsteht.

Umgebung

Wells erschafft eine erschütternde Landschaft nach der anderen. Ob überflutete oder durchflutete Großstädte, 12 Jahre alte Konserven, verrottende Kleidung, saurer Regen oder altes Benzin, das aufgearbeitet werden muss – die Charaktere bewegen sich immer in einem unheimlich glaubwürdigen Szenario, das mir als Leser nahe geht, dann ich bin ein Teil der “Vorher-Welt” und kenne sie nicht anders. Und unsere Welt so zerfallen zu erleben, regt zum Nachdenken an.

Plot

Stramm gestrickt – Kira geht es die ganze Zeit um ein Heilmittel und darum, wer sie nun selbst ist. Sie erfährt es Stück für Stück (weswegen der Titel “Fragmente” umso besser gesetzt ist), ihr erschließen sich Zusammenhänge und lassen einen gespannten Blick auf den nächsten Teil. Auch die Nebencharaktere arbeiten auf ihre Ziele hin und erreichen sie oder scheitern an ihnen, sodass es weiterhin spannend bleibt.

Ende

Natürlich verrate ich auch hier nicht zu viel, schließlich will ich niemanden spoilern. Es passt zu der Reihe, hat mich dennoch schockiert und lässt mich ehrfurchtsvoll und neugierig auf den nächsten Teil warten. Die Lösung des Rätsels um Ariel war mir allerdings bereits klar ;).

Fazit

Wer Teil 1 mochte, wird auch Teil 2 mögen. Dichter Handlungsfaden, erschütternde Umgebungen und keine Langeweile, trotz einer langen und beschwerlichen Reise! 5 Sterne von mir!