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Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Alania - Das Lied der Geister" von Caroline G. Brinkmann (Kobrin II)

Klappentext

Nach dem Angriff der Tiranen kann sich Alania nicht mehr daran erinnern, einmal einen Bruder gehabt zu haben. Sie macht sich mit dem eingebildeten Fergulas von Fichtenstein auf die Suche nach dem Spiegel der Wahrheit, um Antworten zu finden.

Zur gleichen Zeit suchen auch die Nox nach dem Spiegel, um ihn im Krieg gegen das Waldreich einzusetzen. Während Alania weiter den Geheimnissen ihrer Vergangenheit auf der Spur ist, wird sie in den großen Konflikt hineingezogen, aus dem sie nur das Lied der Geister erlösen kann.

Schreibstil

Brinkmann hat auch in Teil 2 ihrer Trilogie einen bildhaften Schreibstil, der magisch und fesselnd wirkt. Ich als Leserin wollte immer weiterlesen, konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Dazu bekommt jeder Charakter und deren Sichtweisen ihre ganz eigenen Worte und Ausdrücke, was die Welt nur noch lebendiger machte.

Charaktere

Lani, Kobrins Cousine, hat den Angriff der Tiranen überlebt und begibt sich auf die Suche nach ihrem Bruder Luni, an den sie sich nicht erinnert. Schon im ersten Teil mochte ich die kleine Elfe, die kein Blatt vor den Mund nimmt und somit erfrischend auf die überflutete Jugendliteratur wirkt, in der es den Protagonisten meist nur darum geht, was sie nicht äußern wollen/können/sollen/dürfen. Sie wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus und wird zu meiner Heldin.

Fergulas von Fichtenstein, der eingebildete Elf aus dem ersten Teil, der Kobrin immer fies geärgert hat, muss sich mit Lani zusammentun, um die große Heldentat zu vollbringen, damit sein Vater ihn respektiert. Der hochnäsige Magiebegabte kämpft nicht nur gegen Tiranen, sondern auch gegen Lani, sich selbst, seine Ansichten und Überzeugungen. Man erhält tiefen Einblick in die oberflächlich wirkende Seele, die viel mehr zu bieten hat, als sie im ersten Teil zeigte. Auch wenn Fergulas wahrscheinlich nie alles seiner verschrobenen Weltansicht hinter sich lassen kann, wuchs er mir schwer ans Herz. Wow!

Milas ist ein junger Tirane, der seinen Platz unter den Kameraden halten will. Doch nachdem eine Nixe gefangen genommen wurde, und als einziges auf ihn reagiert, beginnt er die Methoden seiner Kameraden und Vorgesetzten in Frage zu stellen. Eine unglaubliche Entwicklung offenbart sich dem Leser, der die Bedeutung des schmalen Grats zwischen Gut und Böse eine neue Sichtweise verleiht.

Umgebung

Egal wo ich mich in Argorn befand, ich war immer mit dabei. Neben dem heimisch wirkenden Lager der Tiranen und der Zuflucht in einem feuchtkalten Berg, waren die Wubabuba-Sümpfe mir die liebsten, weil sie mich so herrlich frei fühlen ließen und zum Lachen brachten :). Auch hier gilt wieder: Mittendrin statt nur dabei!

Plot

Lani sucht ihren Zwillingsbruder, Fergulas seine Anerkennung, Milas den richtigen Weg und ich als Leser die "gute" Seite. Leider fand ich sie nicht, denn als sich Milas, Fergulas und Lani in einem Kampf gegenüberstehen (mit jeweils einer Armee im Rücken), vermochte ich nicht zu sagen, wem ich den Sieg gönne. Dass jeder Krieg zwei Seiten hat (das Motto des Buchs), wurde für mich noch nie so deutlich herübergebracht. Und dass auch nicht belehrend und beschrieben, sondern gezeigt, indem ich es nachfühlen musste. Toll, toll, toll!!!

Ende

Ich wünschte, dieses Buch ginge nie zu Ende. Aber das musste es. Und ich musste weinen. Dennoch spoiler ich hier nicht, ihr sollt euch euer eigene Bild machen :).

Fazit

Wow, einfach nur wow! Ich fand das Buch von Anfang bis Ende einfach nur wahnsinnig toll! Ganz klar ein Lesemuss! :)

Fünf Sterne von mir!

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