Rezensionen von A-Z

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Artikel 5" von Kristen Simmons


Klappentext

Religiöser Fanatismus hält Einzug in die Vereinigten Staaten: Die Moralmiliz hat die Polizei ersetzt; wer gegen ihre strengen Statuten verstößt, dem stehen Haft, Prozess und weitaus Schlimmeres bevor. Die 17-jährige Ember hat deshalb ein Leben in Deckung gewählt – doch trotz aller Schutzmaßnahmen wird plötzlich ihre Mutter verhaftet. Sie hat gegen Artikel 5 der Moralstatuten verstoßen, weil sie nicht mit Embers Vater verheiratet war. Und der Soldat, der ihre Mutter nun festnimmt, ist niemand anderes als Embers große Liebe, Chase. Ein Käfig aus Hass, Gewalt und fanatischer Moralvorstellungen schließt sich um Ember, die alles dafür tun muss, um sowohl ihre Mutter zu retten als auch den Mann, den sie liebt – und der ihr Feind geworden ist.

Schreibstil

Immer wieder schafft es Simmons, aus stimmungsvollen Momenten plötzlich eine actionbeladene Flucht- oder Kampfszene zu kreieren – ohne groß drum herum zu schreiben. Ihr Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen, ohne zu sehr in Geschwafel auszuufern, obwohl die Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt wird, die doch sehr leidenschaftlich an beinah alle Momente zurückdenkt oder diese durchlebt.

Charaktere

Die 16-jährige Ember muss mit ansehen, wie ihre eigene Mutter verhaftet wird, nachdem diese sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt. Auch Ember bleibt nicht untätig und schlägt auf die Soldaten ein. Und so verhält es sich mit Ember im gesamten Kontext. Anfangs noch naiv und von Angst teilweise geschüttelt kämpft sie sich durch die Besserungsanstalt, gibt nie auf, sucht weiter nach einer Fluchtmöglichkeit – und wird immer wieder Zeuge der Gewalt der Regierung. Aussichtslos gelingt ihr dennoch die Flucht mit ihrem ehemaligen Freund Chase, der vor einem Jahr einberufen wurde. Aus einer kleinen Kämpferin wächst im Laufe der Zeit eine große heran, die eigenständig Pläne schmiedet, um sich zur Wehr zu setzen. Zwar reißt sie ihre dunkelste Stunde wirklich in Tiefen, aus denen sie sich erneut befreit. Ich als Leserin war hautnah bei ihrer Entwicklung dabei und habe mich sehr gut dabei unterhalten gefühlt.

Chase ist ein paar Jahre älter als Ember und quasi neben ihr aufgewachsen. Die beiden wurden sogar ein Paar, ehe er einberufen wurde und nun als Soldat für die Regierung arbeitet. Aus Gewissensbissen befreit er Ember aus der Besserungsanstalt für Mädchen und will sie an einen sicheren Rebellenort bringen. Nach außen gibt er den harten Kerl, innerlich hat die Ausbildung zum Soldaten ihn gebrochen, welches er Ember immer wieder spüren lässt. Doch im Laufe der Geschichte schafft er es, seine harte Schale ein wenig abzulegen und die zugefügten Wunden unterhalb an die frische Luft zum Heilen zu lassen.

Umgebung

Ob Embers Zuhause, die Besserungsanstalt, die Flucht, sogar im Wagen blieb ich immer mit dabei. Die Autorin hat es geschafft, die Umgebung wunderbar einfließen zu lassen, damit ich als Leserin mittendrin statt nur dabei bin. Auch agieren die Figuren mit ihrer Umwelt und stehen nicht einfach nur daneben.

Plot

Anfangs ist dieser noch ein wenig undurchsichtig, doch spätestens als Ember ihre Flucht aus der Besserungsanstalt plant, zieht er sich konsequent durch. Sie hat nur ein Ziel: Ihre Mutter wiederfinden. Und an diesem Wunsch hält sie immer wieder fest, auch als der Plotknoten sich löst, schafft Ember es, sich neue Ziele zu setzen.

Ende

Das kam für mich viel zu schnell – nicht im Sinne, dass das Ende lediglich abgehandelt wurde, sondern dass das Buch so schnell vorbei war. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, so sehr fieberte ich mit Ember mit. Das Buch in sich betrachte ich als abgeschlossen, dennoch lässt es Spielraum für Fortsetzungen, welche ich schon gespannt erwarte. Band 2 – Gesetz der Rache ist eben erst erschienen.

Fazit

Lesenswert! Von mir gibt es die vollen 5 Sterne, denn ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.

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