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Montag, 12. September 2016

Rezension zu "The Carrie Diaries 01 - Carries Leben vor Sex and the City" von Candace Bushnell

Schreibstil

Bushnell schreibt unglaublich flüssig und einfach. Sie versteht es, die richtigen Metaphern zu wählen
und schafft allein durch das Vorhandensein ihrer Figuren eine nachfühlbare Atmosphäre. Das Drumherum ist größtenteils egal, es geht um die Dialoge.

Charaktere

Carrie Bradshaw ist hier 16 Jahre alt und soll bald am Brown College studieren. Überraschend geistreich und gedankenvoll schreitet diese Protagonistin durchs Leben und betrachtet die Aussagen ihrer Freunde mit einer gewissen Skepsis.

Andere Charaktere nenne ich hier nicht, dafür gibt es zu viele. So viel sei verraten: Sie decken eine Breite an jugendlichen Problemen und Dramen ab, über die meiner Ansicht nach auch heute noch diskutiert wird.

Umgebung

Hier gab es diverse. Handlungsort ist meist die Castlebury High, die High School, in der Carrie ihr Abschlussjahr beginnt, ehe das Collegeleben beginnt. Leider kann ich mir die Schule nicht richtig vorstellen, dafür die Scheune dahinter, in der sie die Jugendlichen zum Rauchen verdrücken. Kontinuierlich fehlte mir kleiner Detailreichtum, der sich durch den Roman zieht. So beschmierte Carrie mit Hilfe ihrer Freunde, traditionell das Scheunendach mit der Ziffer des Abschlussjahrgangs. Sie verhunzt es bei der letzten Zahl (offenbar als gemeinter Witz, damit der Leser nicht weiß, wann genau Carrie zur Schule ging) und fortan mussten sie das Dach der Scheune von ihren Klassenzimmern aus mit diesem Desaster betrachten. Erwähnt wurde es kein einziges Mal. Auch der Hamburger Shack kommt nicht deutlich genug zur Geltung und auch andere Spielorte bleiben verschwommen.

Plot

Vom “Klappentext” her, hätte ich erwartet, dass es sich (wie schon oben geschrieben) um Hormone ohne Ende drehen würde – tat es überraschenderweise nicht! Klar, hier und dort schmachtet sie dem Neuankömmling/Freund hinterher, doch nie ohne sich selbst dabei zu sehr zu verlieren. Viel mehr macht Carrie sich um ihre Freundinnen Gedanken, um ihre Familie (Überraschung! Sie hat zwei jüngere Schwestern und einen alleinerziehenden Vater, nachdem die Mutter an Krebs verstarb), ihre Schulleistungen und wie sie es schaffen könnte ihren Traum, Schriftstellerin zu werden zu verwirklichen. Viel durchdachter als ich je erwartet hätte. Der Plot hangelt sich also eher an Carries Wunsch zu schreiben entlang.

Ende

Das kam sehr plötzlich (auch wenn die Seiten weniger wurden und es zu erwarten war). Meiner Ansicht nach sind die letzten 4-5 Kapitel irgendwie gerafft worden, damit endlich ein Abschluss gefunden werden kann. Ich bin damit als Leser so nicht zufrieden, beinhaltete der Rest des Buchs doch eine wunderbare Stimmigkeit.

Fazit

Dieses durchdachte, wenn auch nicht tiefsinnige, Jugendbuch bekommt von mir 3 Sterne!

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