Rezensionen von A-Z

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Die Auserwählten - In der Brandwüste" von James Dashner


Klappentext

Sie haben einen Ausweg aus dem tödlichen Labyrinth gefunden und geglaubt, endlich wären sie frei. Doch auf Thomas und seine Freunde wartet das Grauen: sengende Hitze, verbranntes Land und ein tödlicher Virus. Und noch immer halten die undurchsichtigen Schöpfer die Fäden in der Hand. Damit steht den Jungen die nächste Prüfung bevor. Sie müssen innerhalb von zwei Wochen die Brandwüste durchqueren, sonst sind sie verloren …

Schreibstil

Wie schon im ersten Teil kann ich den Schreibstil nicht bemängeln. Klar, flüssig, unkompliziert – Dashner besitzt eine deutliche Ausdrucksweise, auch wenn manche Vorkommnisse fremd und eigenartig sind. Er erfasste die Situation für den Leser schnell und beschreibt aus Thomas’ Sicht. Auch die eigene Sprache, die die Jugendlichen innehaben (wie z.B. “Das ist doch alles Klonk!”), lässt den Schreibstil nicht ermüdend wirken, frischt ihn auf und bringt mich als Leserin zum Lächeln.

Charaktere

Thomas ist und bleibt der Protagonist. Unermüdlich setzt er sich für sein eigenes Leben ein und auch für das seiner Mitstreiter. Er entwickelt sich insofern weiter, dass er dem ganzen System misstrauisch gegenübersteht und dennoch immer wieder durchklingt, dass er an seinem Misstrauen zweifelt. Gerade diese Zerrissenheit bringt Dashner bei seinem Charakter gut herüber. Thomas ist nachvollziehbar, wenn er auch manchmal etwas naiv scheint. Doch auch ich als Leser wusste nicht, was ich glauben soll oder ob der Weg richtig ist, den Thomas einschlägt.

Leider blieben “seine” Jungs, die sich selbst auch Lichter nennen, nicht immer dabei. Das fand ich ein wenig schade, konnte aber nachvollziehen, warum sie Thomas von der Gruppe trennen und neue Charaktere dazukommen – die nicht weniger interessant sind, zumindest auf den ersten Blick. Auch agieren die Nebencharaktere in denen ihn vorgegebenen Rahmen, sodass sich die Charakterbildung harmonisch ineinanderfügt.

Die Cranks – Zombies mit Hirn. Infizierte, die zwar noch sprechen und aufrecht gehen, die sich aber zeitgleich immer weiter auf ihre Instinkte reduzieren. Die Infektion, die diese befallen hat, nennt sich übrigend “Der Brand”. Unheimlich und unheimlich toll!

Umgebung

Dashner schafft es immer wieder, die Umgebung lebendig werden zu lassen. Und das mit einer Menge Horror. Mehr als einmal hetzte ich zusammen mit den Lichtern durch Tunnel, die Brandwüste, in Häuser und Unterstände, durch geheime Keller … am liebsten hätte ich das Buch manchmal zur Seite gelegt und es lediglich mit dem Finger angestupst, um zu sehen, ob das Grauenhafte nicht doch zwischen den Seite hervorgekrochen kommt. Auch wenn ich Thomas’ Umgebung nicht immer wissenschaftlich nachvollziehen kann, entführte es mich – vielleicht gerade deshalb – in seine Welt.

Plot

Hier bin ich nun zerrissen. Es gibt den roten Faden Nr 1: Ab durch die Brandwüste zu einer sicheren Stelle. Dann wäre noch Faden 2: Wo ist Teresa? Faden 3: Wem kann ich trauen? Diese drei Fäden nehmen sich nichts, hängen zusammen und verzwirbeln sich ein ums andere Mal. Meiner Ansicht nach zu oft. Zwei Mal hätte gereicht, gefühlt waren es fünf Mal. Denn bereits nach den geheimnisvollen Tätowierungen, die jedem Jugendlichen sein Schicksal zuweisen, dem ersten Verrat, wusste ich als Leserin nicht mehr, wo oben und unten ist. Dass Thomas das auch nicht weiß, und es ihm noch weitere Male um die Ohren gehauen wird, macht die Geschichte nicht leichter. Mir selbst schwirrt der Kopf. Am Ende bin ich immer noch nicht schlauer, wem ich trauen kann und wem nicht. Ich weiß nur: Es geht weiter. Und egal wie es weitergeht: Ich will dabei sein!

Ende

Hmm. Ja, Faden Nr 1 bekam ein Ende. Ob sie es durch die Brandwüste geschafft haben? Das solltet ihr unbedingt selbst lesen (zumindest wenn euch Band 1 gefallen hat)! Faden Nr 2 wurde auch gelöst. Faden 3 lässt mich hilflos und verwirrter denn je zurück. Gerade die Auflösung dieses Fadens hat mich ein wenig enttäuscht. Nicht, dass nicht genügend Horror und Angst dabei waren – oh nein, die stehen ganz hoch im Kurs. Aber die Auflösung war für mich zu undurchsichtig. Ich hoffe, es klärt sich im kommenden Buch. Dazu kommt, dass es nur das Ende dieses Plots war, während der für Band 3 bereits angedeutet wird. Ein Cliffhanger, bei dem man miträtseln muss. Das lässt mich ein wenig hilflos zurück, aber auch neugierig genug, dass ich Band 3 unbedingt lesen will!

Fazit

Im Gesamten konnte mich “Die Auserwählten – In der Brandwüste” wieder stark begeistern und auch überzeugen (bis auf die wiederholten Verzwirbelungen und das undurchsichtige Ende). Ich spreche eine Leseempfehlung für beherzte Leser aus, die sich mit Thomas zusammen durch die Brandwüste wagen wollen. 4 Sterne von mir mit Luft nach oben!

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