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Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Feuersbrut" von Nadine Kühnemann

Klappentext

Lennian, zweiter Sohn des Königs von Gûraz, wird für seine latenten magischen Talente geächtet und für geisteskrank erklärt. Als ein Mordanschlag auf ihn verübt wird, sucht er sein Heil in der Flucht. Gemeinsam mit einem mysteriösen Unbekannten, den scheinbar mehr als ein Geheimnis umgibt, begibt er sich auf die Suche nach Antworten. Weshalb wollte man ihn töten? Kann er seinem Begleiter wirklich vertrauen? Schon bald erkennt Lennian, dass sich hinter dem subversiven Verhalten seiner Verfolger sehr viel mehr verbirgt als politische Verdrossenheit. Eine uralte Macht erhebt sich erneut, und mit jedem Tag steigt die Zahl ihrer Anhänger.

Schreibstil

Hier pflegt Kühnemann einen flüssigen Schreibstil. Er passt perfekt zum High Fantasy-Roman, gehoben in eine andere Zeit. Auch die Sichtweisen der jeweiligen Charaktere hält sie konsequent ein, sodass der Leser mitunter mehr weiß, als die agierenden Figuren.

Charaktere

Lennian, zweiter Sohn des Königs von Fjondryk, soll ermordet werden – samt seiner Familie. Ein Unbekannter rettet ihn und so begibt sich Lennian auf eine abenteuerliche und düstere Reise. Er ist bereits über 90 Jahre alt (wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe), doch da er zum Volk der Khaleri gehört, ist er gleichsam noch jung und fit. Lediglich an der für die Khaleri typische Erkrankung der Verdüsterung leidet er und wird von mürrischen und wütenden Momenten heimgesucht, die ihn auch auf der Flucht nicht loslassen.

Andret gehört zum Volk der Khaari – der Menschen wie wir sie kennen und sind, könnte man sagen. Vor einiger Zeit verlor er seine Familie, jagt seitdem durch die Gegend und wird aufgrund seiner fantastischen Jagdkünste in eine Soldatentruppe aufgenommen, die in Kühnemanns Welt Ansehen genießen. Schnell stellt sich heraus, was für ein fantastischer Kämpfer Andret ist. Doch plötzlich verändert sich alles, nachdem ein seit langen Jahren für tot gehaltener General auftaucht und Andrets Vorgesetzten mit einer Art Zauber belegt. Da bleibt Andret nur noch die Flucht, die er beinahe nicht überlebt …

Nima ist ein Khalerimädchen, das als Kind ausgesetzt wurde. Da sie mit ihrem Stiefbruder nicht verwandt ist, führt sie eine romantische Beziehung mit ihm. Als sie eines Tages vom Hof in die Stadt geht, um ein wenig zu entspannen, wird die Stadt angegriffen. Nima überlebt beinahe als einzige die Angriffe und findet ihr Zuhause nur noch in Schutt und Asche vor. Zu Fuß macht sie sich auf den Weg durch die Wüste, doch schon fangen Mädchenhändler sie ein und eine harte Zeit beginnt für Nima.

Viele Nebencharaktere tauchen auf, die die unterschiedlichsten Eigenschaften aufweisen. Hier und dort hätte meiner Meinung nach etwas am Umfang der Charaktere gespart werden können, da es schwierig wurde, sie alle auseinander zu halten.

Umgebung

Wenn es nötig war, beschrieb die Autorin die Umgebung und brachte sie in den richtigen Kontext. Sie verarbeitete nicht zu viele Details, was mir als Leser gut gefiel, da sich die Landschaften in meinem Kopf frei entfalten konnten.

Plot

Hier wirds ein wenig verschwurbelt. Anfangs geht’s um Lennian und seine Flucht, die in einer Stadt abrupt endet. Auch die Kapitel von Andret und Nima spielen hier und dort hinein und bis zum Schluss fragte ich mich, wie das nun zusammenpassen soll. Doch schon bald wurde mir einiges klar und die Autorin sorgte hier und da für eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet habe. Deswegen kann ich zum Plot und zum Ende auch nicht viel sagen, weil es potentiellen Lesern schlichtweg die Spannung nimmt.

Ende

Ein über 600 Seiten langes Buch ist schon ein kleiner Berg für sich, den man besteigt und wieder verlässt. Das Ende passte zum Gesamtwerk, dementsprechend wurde ich nicht enttäuscht.

Fazit

Kein Buch mal eben so für zwischendurch, da auch ausgesprochen ernste Themen aufgegriffen werden. Selbst wenn es sich um fantastische Elemente handelt, so darf man nicht davon ausgehen, dass es sich leicht wegliest. Tut es nicht. An manchen Stellen nimmt es an Ernsthaftigkeit und Bedrohlichkeit Züge von “Das Lied von Eis und Feuer” an oder auch von “Herr der Ringe” an. 4 Sterne vergebe ich für dieses wunderbare Fantasywerk, das mich teilweise in Angst und Schrecken versetzte, aber auch verwirren und überraschen konnte.

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