Rezensionen von A-Z

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Partials II - Fragmente" von Dan Wells

Schreibstil

Dicht gewoben und rational – so empfinde ich Wells' Schreibe. Wunderbar verständlich, wenn manchmal auch etwas techniklastig, genauso muss es sein, damit Kiras Welt glaubhaft scheint.

Charaktere

Kira Walker wächst mit ihren Aufgaben. Sie ist beinahe schon besessen von dem Gedanken, ein
endgültige Heilmittel gegen RM und auch das Verfallsdatum der Partials zu finden und begibt sich für ihr Ziel auf eine ausgesprochen gefährliche Reise. Ich als Leserin konnte förmlich spüren, wie Kira die Probleme langsam wendet, von allen Seiten betrachtet und sich ihnen stellt. Und wie sie zu dem Schluss kommt, dass es manchmal eben nicht reicht, einen Lebenszweck zu haben, sondern dass man mehr geben muss. Für mich bleibt Kira sehr berührend, intelligent und nachvollziehbar wie schon im ersten Band.

Samm entwickelt sich ebenso weiter. Fiel es ihm im ersten Band und teilweise auch im zweiten noch schwer, überhaupt irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen (diese werden bei den Partials über einen Pheromon-Link mitgeteilt, weswegen er Mimik und Gestik nie erlernen musste), so ahmt er sie nun langsam nach. Zudem steht er voll hinter Kira und deren Mission, was ihn zu einem Fels in der Brandung macht.

Die Nebencharaktere – auch hier verrate ich über sie nicht allzu viel. Das ganze Gespinst, wie der Partialkrieg überhaupt möglich wurde, wird nicht nur durch Kira, sondern auch durch Marcus, Ariel und Nandita vorangetrieben. Haru bringt zusätzlich einen Blickwinkel in das, was noch kommen kann und Kira bevorsteht.

Umgebung

Wells erschafft eine erschütternde Landschaft nach der anderen. Ob überflutete oder durchflutete Großstädte, 12 Jahre alte Konserven, verrottende Kleidung, saurer Regen oder altes Benzin, das aufgearbeitet werden muss – die Charaktere bewegen sich immer in einem unheimlich glaubwürdigen Szenario, das mir als Leser nahe geht, dann ich bin ein Teil der “Vorher-Welt” und kenne sie nicht anders. Und unsere Welt so zerfallen zu erleben, regt zum Nachdenken an.

Plot

Stramm gestrickt – Kira geht es die ganze Zeit um ein Heilmittel und darum, wer sie nun selbst ist. Sie erfährt es Stück für Stück (weswegen der Titel “Fragmente” umso besser gesetzt ist), ihr erschließen sich Zusammenhänge und lassen einen gespannten Blick auf den nächsten Teil. Auch die Nebencharaktere arbeiten auf ihre Ziele hin und erreichen sie oder scheitern an ihnen, sodass es weiterhin spannend bleibt.

Ende

Natürlich verrate ich auch hier nicht zu viel, schließlich will ich niemanden spoilern. Es passt zu der Reihe, hat mich dennoch schockiert und lässt mich ehrfurchtsvoll und neugierig auf den nächsten Teil warten. Die Lösung des Rätsels um Ariel war mir allerdings bereits klar ;).

Fazit

Wer Teil 1 mochte, wird auch Teil 2 mögen. Dichter Handlungsfaden, erschütternde Umgebungen und keine Langeweile, trotz einer langen und beschwerlichen Reise! 5 Sterne von mir!

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