Rezensionen von A-Z

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Steamtown - Die Fabrik" von T.S. Orgel und Carsten Steenbergen

Schreibstil

Die drei Autoren weisen einen angenehmen und zu der Szenerie passenden Schreibstil auf, der trotz
diverser fiktionaler Begriffe und Erfindungen für mich als Leserin stets verständlich blieb. Er passte in die Zeit, in das Umfeld, zu den jeweiligen Charakteren. Wunderbar!

Charaktere

Eric van Valen bemüht sich, gut in seinem Job zu sein. Als er jedoch mit den grausamen Morden in Steamtown beauftragt wird, muss er sich auch körperlich beweisen – was ihm nicht immer gelingt. So schlittert er von einem ins nächste Abenteuer, gefolgt von seinen Kumpanen, die er mal schlecht, mal recht besteht. Der Charakterentwicklung folgend wird er abgebrühter im Laufe des Romans.

Siberius Grand, ein derber Pater, der schon einiges erlebt hat, begleitet den jungen Agenten van Valen. Er dient als gute Wissensquelle und leistet van Valen Hilfe, wo er nur kann. Doch auch er ist ein eher kantiger Charakter, der im Laufe des Romans jedoch nicht an seiner witzigen und treffenden Derbheit verliert.

Mister Ferrett – zu ihm möchte ich nicht zu viel schreiben, um hier nicht zu spoilern. Dennoch ein Charakter der mir gefiel und mir zugesagt hat. Ich konnte gar nicht anders, als ihn in mein Herz zu schließen.

Umgebung

Düster, miefig, mit Blut und Leichenresten bestückt, alt und zerfallen – es gibt viele dunkle Orte in Steamtown, die jedoch nicht annähernd alle besucht werden. Aber die, denen unsere Charaktere einen Besuch abstatten, haben es in sich. Ich war stets mittendrin statt nur dabei und den Autoren gelang es, ein überzeugendes Bild ihrer Umgebung niederzuschreiben, das mich in den Roman noch tiefer eintauchen ließ. Es lässt mich Steamtown fürchten und gleichzeitig lieben – und ich will mehr Geschichten aus dieser Stadt lesen.

Plot


Der Plot hielt sich konsequent, nicht viele Nebenplots tauchten auf, die dann nicht zum Hauptstrang zurückführten. Es hat mir richtig Spaß gebracht, in die Welt der drei Autoren einzutauchen und all das Widerwärtige, Faszinierende und Schöne zu erleben – und am Ende zu sehen, wie es sich ausdröselt.

Ende


Das Ende war gut, mehr sage ich dazu nicht. Mittendrin nahm es mir viel mehr den Atem und ich bin dankbar, dass es in diesem Fall nicht das Ende war wie in vielen anderen Büchern.

Fazit


Steamtown ist ein durchwachsender, starker Roman, den ich allen Science Fiction-Fans nur empfehlen kann, die auch mit Steampunk etwas anfangen können oder sich testen wollen, ob es etwas für sie ist. Hier taucht man ein, hier wird man fasziniert und abgeholt, hier will man bleiben und flüchten. Volle 5 Sterne von mir und eine klare Leseempfehlung!

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