Rezensionen von A-Z

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Tougard" von Cornelia und Dominic Franke

Schreibstil

Der Schreibstil des Autorenduos lässt sich wunderbar herunterlesen. Sehr lebendig beschreiben die Frankes eine Welt, die sich von unserer sehr unterscheidet und dennoch in den Grundelementen gleich ist.

Charaktere


Charlie Andrews „fluppt“ einfach so nach Tougard und hat sich laut Lehrer dort, damit abzufinden, ab nun hier zu lernen. Dem gefällt es gar nicht und so holt er seine beste Freundin und heimlichen Schwarm Ann dazu. Im Laufe des Romans wird Charlie allerdings immer jammriger und verzweifelter und ich konnte seine Beweggründe manchmal nicht ganz nachvollziehen. Sehr wünschte ich mir, dass er mal richtig auf den Tisch hauen würde, leider hatte ich das Gefühl, er würde immer neben eben genannten schlagen, wenn er sich mal behaupten wollte.

Annabelle, genannt Ann, ist eine hochbegabte Bastlerin, für die keine mechanische Herausforderung zu hoch scheint. In der Mechanik scheint sie ihre große Liebe gefunden zu haben, sehr zum Verdruss ihres besten Freundes Charlie. Auch Ann benimmt sich meiner Ansicht nach nicht ganz nachvollziehbar. Sie schwankt zwischen begabtem und um ihre Freunde besorgtem Mädchen und einer Zicke, die sie gerade bei Charlie heraushängen lässt.

Avid ist ein Assassine, dessen Aufgabe es ist, am Ende zu sterben. Das weiß er und dennoch macht er weiter, erfüllt seine Aufträge. Ich finde, er ist ein durch und durch konsequenter Charakter, den ich bis zum Ende gern hatte. Ob er wirklich stirbt oder sich retten kann? Das solltet ihr selbst lesen.

Nebencharaktere gab es eine Menge, die alle ihre Eigenarten hatten und man sie deswegen gut auseinanderhalten konnte. Sie haben zum großen Teil sehr dem Unterhaltungswert (egal ob negativ oder auch positiv) beigetragen.

Umgebung

Die Charaktere interagierten mit ihrer Umgebung. Mal war sie Freund, mal Feind, mal einfach nur Hindernis. Sehr gelungene Beschreibungen der Reise, die Charlie und seine Freunde unternehmen, was mit besonders gut gefallen hat. Egal, wo sie waren, ich war dabei und konnte es sehen. Wunderbar! Am meisten haben mich die Twiggles begeistert.

Plot

Der Plot verändert sich im Laufe der Geschichte. Ist Charlie zuerst nur darauf aus, in Anns Nähe zu sein, wird daraus später eine Rettungsmission mit vielen Nebenplots aufgrund der Hindernisse, die sich den Helden in den Weg stellen. So entwickeln auch die Nebencharaktere einen Teil der Nebenstränge, die dann nachher offenbart werden.

Ende

Tragisch, nicht tragisch, verwirrend – es gab ein Ende, das ich hier natürlich nicht spoilere, denn damit verderbe ich ja die Leselust. Dennoch eines, das sich gewaschen hat, denn es mussten viele Stränge gelöst oder geknotet werden für den nächsten Teil.

Fazit

Eine insgesamt tolle Geschichte, die mir gefallen hat. Ich finde, dass sie gut lesbar ist und stellenweise sehr gruselig, dennoch authentisch. Ich glaube, jugendliche Leser dürften sich hier sehr ernst genommen fühlen, aber auch Erwachsene dürften mal eine andere Fantasygeschichte vor der Nase haben. Weil mir Charlies und Anns Verhalten allerdings teilweise auf die Nerven ging und nicht nachvollziehbar war, ziehe ich an dieser Stelle leider einen Stern ab. Dennoch gibt es von mir 4 Sterne :).

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