Rezensionen von A-Z

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Wächter der letzten Pforte" von Christian Kopp und Henning Mützlitz

Schreibstil

Mützlitz und Kopp haben einen schwankenden Schreibstil. sind einige Passagen klar verständlich, wild und spannend, ziehen sich andere wiederum in die Länge und verschnörkeln sich mit Titeln, Ländern, Gedanken, dass ich von nichts mehr eine Ahnung hatte. Allerdings konnte ich anschließend wieder in das Geschehen einsteigen und manches ergab sich aus dem Zusammenhang.

Charaktere

Liocas ist ein Knappe, der als einziger Valdorer eine Schlacht überlebt hat. Das Herz und den Glauben an seinen Gott am rechten Fleck macht er sich zusammen mit Moriana auf die Suche nach den Ursachen. Auch übermannt ihn hier und da der Eifer des Gefechts, doch alles in allem bleibt er sich treu und bewahrt seine Gutherzigkeit.

Moriana kommt von den Stämmen der Tequari und ist eine starke Kriegerin. Sogar ein gebrochenes Bein halten sie weder vom davonhumpeln, noch herumkeifen ab. Ihre sehr verbohrte Sicht klärt sich im Laufe des Romans, dennoch behält sie ihr wildes Herz, was mir besonders gut gefiel.

Saresh ist ein Gathori (Magier), der von seinem Meister gelinkt wurde. Von Beginn an kämpft man sich mit ihm durch seine Selbstzweifel und ringt mit dem richtigen Weg. Für mich war Saresh ein starker Charakter, der sich logisch weiterentwickelte.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit in der Charakterbildung bemerke. Keine Figur wirkt irgendwie lieblos dahingeschrieben, jede hat mehrere Schichten. Sehr gelungen!

Umgebung

Teilweise war es für mich etwas zu viel des Guten. Historische Beschreibungen sollten ein plausibles und anschauliches Bild zeichnen, leider traf das nicht immer meinen Geschmack, gerade weil ich den Sinn darin nicht erkannte, außer die Vorstellung der Autoren auf die Leser zu übertragen. Ich selbst brauche da ein wenig mehr Freiheit. Dennoch haben die Helden der Geschichte mit ihrer Umgebung auch interagiert, was mir gut gefiel. So gleicht es sich ein wenig aus.

Plot

Egal, was es für Nebenstränge gab, es lief immer auf den einen roten Faden hinaus: Den übermächtigen Elyr (ein Stein) zu finden und/oder nicht mehr zum Einsatz kommen zu lassen. Ein Faden, an dem ich mich als Leserin entlanghangeln konnte. Spannend gemacht, gerade nach der Hälfte des Buchs gewinnt die Geschichte für mich nur noch.

Ende

Ich muss gestehen, dass ich es so nicht erwartet habe und es mir auch ein wenig zu schnell ging. Der Endkampf war hervorragend, der Epilog ließ mich mit einigen Fragen zurück. Für einen solch engmaschigen Roman riss es mir zu plötzlich ab. Gerne hätte ich mir noch ein wenig mehr Erholung mit den Überlebenden gewünscht.

Fazit

Ein Roman, der durchaus ein paar Schwachpunkte aufweist, ABER (!) der richtig an Fahrt gewinnt, wenn man diese Längen hinter sich bringt. Es lohnt sich, diesen tollen Fantasyroman zu lesen, der immer spannender wird, je weiter man kommt. Auch die Liebe zu den Figuren möchte ich hier nochmal als ausgesprochen gewinnbringend für den Roman anmerken. Wieder einmal hat mich der Papierverzierer Verlag überzeugt und ich freue mich auf die nächsten beiden Romane, die in meinem Bücherregal auf mich warten (diesmal gekaufte Exemplare, keine Rezensionsexemplare ;)).

Vier Sterne von mir!

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